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Protokoll der International Youth Convention in Rumänien August 2005

Dies wird ein sehr subjektiver Bericht, da mir zunächst einmal die objektiven Fakten zu Zeiten Daten und genauer Reihenfolge fehlen, für alle die dies interessiert werde ich sie aber noch nachreichen.

Vom 6. bis 19. August war ich mit YEU in Rumänien und habe dort an einer Convention zum Thema Konflikte und Konfliktlösungen teilgenommen.

Blicke ich zurück und versuche mich zu erinnern so fallen mir viele Dinge gleichzeitig ein. Am meisten beeindruckt hat mich die Herzlichkeit und Offenheit mit der alle einander behandelt haben, wobei hingegen unsere rumänischen Gastgeber zumindest zu Anfang eher etwas reserviert wirkten (später machten wir dann aber doch noch Bekanntschaft mit der rumänischen Gastfreundschaft).

Aber von Anfang an: ich kam mit dem Bus von Köln aus über Österreich und Ungarn nach Timisiora in Rumänien, eine Reise die mehr als 30 Stunden gedauert hat und mir einiges an Durchhaltevermögen und Geduld abverlangte. Abends erreichte ich Timisiora und wurde dort auch direkt in Empfang genommen und mir wurde mein Zimmer gezeigt, welches ich mir mit Elena aus Zypern teilte, ein sehr nettes Mädchen die ich direkt sympathisch fand.

Das erste Abendessen mit allen gemeinsam fand draußen statt, da es glücklicherweise noch warm war, und auch wenn sich für Vegetarier zunächst nichts finden ließ (dieses Problem sollte noch öfter auftreten, es war nur ein Vorgeschmack) waren letztendlich doch alle versorgt, man aß, trank, und lernte schon mal die Trinksprüche in sämtlichen Sprachen- der Beliebteste: "Nasdrovje".

Danach ging´s in den Plenaryroom, wo wir uns einander vorstellten und schließlich auch in einem großen Kreis ein paar Sätze über uns erzählen mussten, was, blieb jedem selbst überlassen.

Es stellte sich heraus dass Italien, Griechenland und Zypern besonders gut vertreten waren, auch kamen so einige aus Serbien-Montenegro und natürlich die größte Gruppe aus Rumänien, von denen die meisten jedoch keine Teilnehmer sondern Organisatoren waren.

Liste der Teilnehmer (inklusive Orga-Team):

Denisa und Ermad aus Albanien, Mikayl und Kon?l aus Aserbeidschan, Julia und Ina aus Belarus (Weißrussland), Tamar aus Georgien, Manolis und Costas (O-Team) aus Griechenland, Fabio, Antonella und Annarita aus Italien, Lina(O-Team) und Marta aus Litauen, Emma, Evgenia und Mitre (O-Team) aus Mazedonien, Patricia, Marek ,Nora and Olga (O-Team)aus Polen, Fernando und Luis aus Portugal, ungefähr 10 Leute aus Rumänien, die wichtigste davon: Laura Paparazzi, unsere Fotografin, Ivana, Boris und Marko (O-Team) aus Serbien, Samy, Seima und Faiz aus Tunesien, Simge aus der Türkei (O-Team) und Elena, Argyris und Christos aus Zypern.

Diese bunt gemischte Truppe sollte also die nächsten anderthalb Wochen gemeinsam verbringen und wenn man die unterschiedlichen Hintergründe und wahrscheinlichen Lebensumstände aller bedenkt, gelang dies wirklich erstaunlich gut.

Wir waren also am ersten Abend in Timisiora, von der Stadt bekam ich allerdings nicht viel mit, da ich wie einige andere auch nach dem offiziellen Programm schlafen ging, nun ja;-)

Am nächsten Tag brachen wir direkt nach Paltiniche auf, das ist ein kleines Dorf (bzw. ein paar Häuser und ein Laden) das mitten in den Karpaten liegt. Wir waren sehr hoch oben, weit ab von jeder Zivilisation unter etwas gewöhnungsbedürftigen Umständen in einer Pension untergebracht. Das Essen dort war exzellent, es gelang ihnen sogar, allen Extrawünschen (Vegetarier, kein Schweinefleisch, nichts Fettgebratenes) gerecht zu werden.

Leider verfügte die Pension aber nur über eine Dusche pro Etage (das heißt ca. 8 Leute pro Dusche) und nicht alle hatten warmes Wasser.

Die Umgebung war allerdings wiederum sehr schön und als dann endlich mal die Sonne schien fuhren wir mit einem Lift (dient im Winter als Skilift) die Berge hoch zu einem berühmten Aussichtspunkt der hielt was er versprach.

Die ganze Situation und Paltiniche führte dazu, dass wir uns besser kennen lernten und vieles als Gruppe unternahmen: Das Abendprogramm gestalteten wir selbst, ob Disko in unserem eigenen Diskoraum, eine Zauber und Jongliershow von Luis und Costas, ein Kinoabend, Kartenspielen oder Musik machen (Seima spielte ein lautenähnliches Instrument aus Tunesien und Amelian Geige), oder was auch immer�

Hier fand dann auch einer der ersten größeren Programmpunkte statt: National Presentation. Ziel war es anhand von Plakaten die wir gestaltet hatten über die Konflikte in unseren Ländern zu sprechen. Zuvor hatten wir uns bereits in kleineren Gruppen, so genannten "Villagegroups" gegenseitig ausgefragt und die Situationen in unseren jeweiligen Ländern miteinander verglichen. Jetzt das Ganze noch mal aber in großem Stil. Die Organisatoren hatten einen Trick angewandt und uns erzählt eine Expertin würde kommen und sich unsere Vorträge anhören, wir sollten also gut vorbereitet sein. Also standen wir dann alle in schicken Sachen, mit unseren Plakaten und warteten auf unsern Gast. TAATAA, und es war: Simge, die wie ein Star zurechtgemacht war und Costas als ihr Begleiter. Selbst wenn man sich ja verarscht vorkommen mochte, es war in jedem Fall gut, weil es dazu führte das alle (oder die allermeisten) das Ganze ernst nahmen, respektvoll einander zuhörten und man den Vorträgen tatsächlich folgen konnte ohne ständiges Gewisper und Getuschel.

Für alle die es interessiert: ich habe über das Problem der ansteigenden Arbeitslosigkeit und fehlenden Lehrstellen gesprochen, über die Unterschiede zwischen Ost und West und über die Integrationsschwierigkeiten für Ausländer in Deutschland, auch über die "Ghettos" in den Großstädten wo nur türkisch gesprochen wird und über inoffizielle Trennung schon in den Grundschulen. Alle Vorträge waren interessant, besonders gut war Tunesien, die in einem Sketch über die Frage debattierten, ob Frauen vor der Ehe noch Jungfrauen sein müssten�!

Das also war einer der größeren Programmpunkte, in der Hauptsache gab es aber viele kleinere Aktivitäten. Beliebt waren die "Energizer" am Morgen. Nachdem man verkatert (von der letzten Nacht) und zerknautscht aus dem Bett gekrochen war und das rumänische Frühstück genossen hatte, wurden einem nun sportliche Höchstleistungen abverlangt, meist musste man dabei auch noch nachdenken�.:-) hinterher waren die meisten dann wach und alle erstaunlich gut gelaunt. Dann kam meistens eine etwas komplexere Aufgabe die das Tagesthema einleitete, z. B. sollte man ein bestimmtes Thema als Standbild darstellen. Auch Theaterspielen war sehr beliebt.

Eine wichtige Rolle spielte die so genannte "Villagegroup". Jeder gehörte einer solchen Gruppe an, wobei darauf geachtet worden war, dass nicht zwei Leute aus einem Land in der gleichen Gruppe waren. In den Villagegroups wurde meist intensiver gearbeitet, Posterpräsentationen hergestellt oder intensiv über eine Thema diskutiert. Der Begriff "arbeiten" trifft es aber trotzdem nicht, dafür hat das Ganze zuviel Spaß gemacht. Außerdem war es sehr interessant, weil man hier am meisten über die anderen Nationen erfuhr und Vorurteile widerlegt wurden ("Nein, nicht alle Deutschen sind immer pünktlich!") oder auch bestätigt ("Ja, die Italiener lieben Pasta, und sie allein wissen wie man sie richtig zubereitet ;-) ").

Manchmal gab es aber auch größere Aktivitäten die den ganzen tag umfassten. So ist mir das so genannte "Negotiation-Game" als ein Highlight der Konvention in Erinnerung geblieben: Die Teilnehmer wurden in Gruppen eingeteilt, und wurden zu Fischern, Jägern, Umweltschützern, Regierung oder Hotelmanagern, die alle untereinander Konflikte hatten (Zur Erinnerung: Das Thema war "conflicts and conflict resolution"). Ziel des Spiels war es eine gemeinsame alle zufrieden stellende Lösung zu finden, das Problem war jedoch, dass man mit den anderen Gruppen immer nur sehr kurze Zeit verhandeln durfte, und dass man nie sicher sein konnte was woanders grade ablief während man mit einer Gruppe in Verhandlung war. Und die eigenen Interessen mussten natprlich auch noch so gut wie möglich vertreten werden�

Zur Abwechslung gab´s am nächsten Tag eine Stadtbesichtigungstour in Brasov (hoch mit der Gondel und dann Blick über die Altstadt). Der Tag war dann völlig frei, jeder konnte damit machen was er wollte.

Insgesamt hat sich also alles gut abgewechselt, mal "arbeitsreichere" Tage, mal Urlaub, und dazwischen viele lustige Aktivitäten und, nicht zu vergessen, Parties!! Hier lernte man dann auch den griechischen "Sirvtaki" oder den Alkoholgehalt von rumänischem Wodka kennen...

Beim Internationalen Abend hatten alle Getränke und Süßigkeiten aus ihren Ländern mitgebracht und natürlich Musik.

Touristisch wurde uns von den Rumänen auch einiges geboten, so haben wir uns Timisiora und Brasov angeschaut und das berühmte Drakulaschloss in Bran, und wie schon erwähnt, Paltiniche in den Karpaten.

Ich hoffe, alle die dies gelesen haben, haben jetzt so eine ungefähre Vorstellung was einen bei einem YEU- Seminar erwartet, zusammengefasst ist es die Erfahrung, die ein Austauschschüler vielleicht in mehreren Monaten machen würde, komprimiert auf 2-3 Wochen.

Und mit einem Austausch im klassischen Sinne ist es sowieso nicht zu vergleichen!

Aber genug der verwirrenden Definitionen - Fahrt doch einfach hin und macht euch selbst ein Bild!

 

Hanna

 


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