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Auszug aus dem Bericht über das Silvesterseminar 2005/06

Da der Bericht den Roland geschrieben hat, sehr ausführlich ist, haben wir ihn auf dieser Seite zusammengeschnitten.

 

Aber für die Leseratten unter euch: Hier geht es zum vollständigen Bericht

 

Limassol, Zypern / 27.12.05-03.01.06 / Thema: The iris of art

 

Tag 1:

Ankunftstag

 

Tag 2:

Das Meeresrauschen, die Sonnenstrahlen, die ich im vernebelten Deutschland so sehr vermisste und ein inbrünstiges Schnarchen meines Roomates rüttelten mich wach. Schon 10 Uhr. Oh mein Gott. Wir haben den ersten Workshop verschlafen. Die Timekeeper haben uns einfach vergessen und wir schnorchelten gemütlich weiter. Ich weckte meinen Zimmergenossen Ruben (Spanien), der mich ganz entgeistert ansah. Wo bin ich bloß?

Der erste Workshop überraschte uns alle. Die versammelte Runde wurde in zwei Gruppen geteilt. Eine, die porträtierte, und eine, die Modell stand. Mit dem Unterschied, dass jeder einen Strich malen durfte in seiner Farbe, danach ging's zur nächsten Leinwand. So kam's, dass die eine Pinke Haare hatte, der andere eine grüne Nase und allerlei lustige Fratzen die Runde machten. Eine gewisse ähnlichkeit bestand schon. Zumindest fühlte man sich endlich wieder wie ein Zehnjähriger.

Zwischen den Magenwänden tat sich eine tiefe Schlucht auf. Gut dass sich die mit einem leckeren Buffet füllen ließ, dazu zypriotischer Wein und ein typisches Dessert der Gegend. Die gemeinsamen Mittag- und Abendessen regten zu intensiven Diskussionen, Austausch von Kulturhintergründen und Abbau von Stereotypen an, wobei wir unseren Eigenarten doch gerecht wurden. Aber man muss das mit einem schmunzelnden Auge betrachten. Lernt man doch die Eigenheiten einer jeden Nation zu lieben und man selbst beginnt über sich Witze zu reißen und zu relativieren. Kleines Manko war jedoch, dass Nationen doch gerne beieinander hocken blieben und sich in ihrer Muttersprache unterhielten.

 

Tag 3:

Am nächsten Morgen sollten wir unserer Phantasie freien Lauf lassen, was uns zu dem Lied einfiel, welches wir gerade hörten. Ein Bild malen, ein Theaterstück kreieren. Natürlich dürfen bei einem Theaterstück von Zeus Gnaden die Requisiten nicht fehlen. So wurden die Hauptdarsteller eingegipst. Das Phantom der Opera hatte plötzlich etliche Doubles.

Am Nachmittag besuchte uns dann eine Gruppe, die uns "Karaghiozis" näher brachte. Schattentheater. Eine Leinwand. Beleuchtet. Puppen aus Papier tanzen. Publikum lacht, träumt, staunt. Nun durften wir unsere eigenen Papierfiguren bauen. Casanova, der die Hübsche aus ihrem Gefängnis entführt; wie Hase und Igel um die Wette laufen; ein Außerirdischer einen Sadomaso liebenden Erdling entführt und Superman dessen Frau heiratet. Na ja, so was ähnliches zu mindest.

Abends sollte sich jede Nation vorstellen. Es gab viel zu schlemmen. 12 Nationen. Und jeder hatte seinen gebrannten "Heiligen Geist" dabei. Litauische Sprüche, griechische Tänze, türkische Henna in der Hand, Fisch aus Zypern in der Gosch, Süßigkeiten aus Polen in der anderen Hand und irgendwo stand mein Glas mit Wein aus Malta.

 

Tag 4:

Es kommt gelegentlich vor, dass man am anderen Tag aufwacht und sich an nichts mehr erinnern kann. Problematisch wird es dann aber, wenn man seine Schuhe nicht mehr findet. Dann weiß man auf jeden Fall, dass man doch recht lustig unterwegs gewesen sein muss. Zumindest erging es Ruben, meinem Zimmergenossen, so. Wo sind die Schuhe?

Heute war endlich mal Sightseeing angesagt. Raus an die frische Luft und die Geheimnisse der Insel erkunden. Irgendwie sahen alle recht fertig aus, der interkulturelle Austausch hinterließ allmählich Spuren. Mit einem Bus gelangten wir zu einer Basilika-Ruine. Ließen unsere Blicke über das Meer schweifen. Vorbei an einem antiken Thermalbad kamen wir dann ins Amphitheater. Eine traumhafte Akustik. In der Mitte der Bühne hörte man sich selber sprechen.

Hier wollten wir unser Musiktheaterstück aufführen. Ein paar Touris schauten uns sogar dabei zu und waren unser Publikum. Eine Gruppe spielte: Ein Mann, der auf einer Parkbank einnickt und sich in ein schönes Mädel im Walde verliebt. Leider musste er alsbald feststellen: Alles nur geträumt. Andere Gruppen spielten den wilden Westen: Zorro schlägt zu; oder Szenen aus den wilden Zwanziger.

Nach dem Besuch einer alten Burg vesperten wir an der Strandpromenade von Limassol. In einem typischen Straßencafé frönte eine der vielen Marias einer zypriotischen Leidenschaft: Kaffeesatz aus meinem Frappe-Glas zu lesen. Gutmütige Drachen. Giftige Schlangen. Am Ende meines Lebens viel Geld, was mir sehr viel nutzte

Am Abend sollte es mal richtig rund gehen. In einer einheimischen Taverne wurde auf den Tischen getanzt. Gläser zertanzt. Eine Tradition, die Soldaten machten, bevor sie in den Kampf zogen. Sirtaki. In dieser Nacht verlor ich mein Herz ans griechische Tanzen.

 

Tag 5:

Diesen Vormittag stand der Photo-Workshop auf dem Programm. Wir sollten in Gruppen jeweils zu den vier Themen Vielfältigkeit, Kreativität, Freundschaft und Liebe eine Situation mit unserer Kamera festhalten. Man muss diese Bilder einfach gesehen haben. Diese zu beschreiben, sehe ich mich außer Stande.

Am Nachmittag durften wir endlich einmal ausschlafen und konnten uns von den Strapazen erholen. Wollten wir doch zum Gala-Dinner am New Year's Eve fit sein. Und oho, siehe, wie sich die Leute in Schale geworfen hatten. Die Damen sahen einfach zum Anknabbern aus! Der Herren natürlich auch. Und lecker. Kurz vor 12 wollten wir aufs Dach stürmen, die Fahrstuhl war leider etwas überlastet, so dass manche in einem Fahrstuhl irgendwo auf Zypern anstoßen mussten, mit Leuten aus aller Herren Länder. Eine komische Situation. Man konnte ja eine Stunde später noch mal anstoßen. Da war dann auch in Deutschland Silvester. Dann klirrten irgendwann alle Gläser und Neu-Jahres-Glückwünsche in zwölf verschiedenen Sprachen drangen aus dem Dunkel auf dem Dach des Hotels. Ich hatte noch nie im Süden Silvester unter klaren Himmel bei 15 C° gefeiert. Normalerweise steckte ich die Raketen in den Schnee. Auf Zypern gibt es leider so gut wie gar kein Feuerwerk. Schade.

 

Tag 6:

Wir haben 2006, aber der Anfang wurde erstmal verschlafen. Glücklicherweise begann das Programm nämlich erst am Nachmittag. Dann stand aber was ganz besonderes auf dem Programm: Costas gab uns eine Kostprobe seiner Zaubertricks: Kartenspielchen, Verschwinden und Auftauchen von Tischtennisbällen und die "Schwebende Kugel". Ola, war das faszinierend. Wir durften dann kleine einfache Tricks ausprobieren. Danach zeigte uns Luis wie man aus Schlangenluftballons Tiere, Blumen und Requisiten für unser letztes Theaterstück knicken, drehen und knallen konnten. Da unsere Kreativität keine Grenzen kannte, kamen in kürzester Zeit lustige Kunststückchen zustande: Don Quichotte im Auftrage der Gerechtigkeit erlöst zwei Jongleure von ihren Bällen; Zigarette zerstört aufgeblasene Roboter, die ein Mädel bedrängen; von Bienchen und Blümchen und der wahren Natur. Wir kullerten uns vor Lachen.

 

Tag 7:

Der letzte Tag bricht an. Trotzdem wollten wir keine schlechte Stimmung aufkommen lassen. Wie traditionell bei YEU üblich, steht der letzte Tag unter dem Thema: Evaluation. Auf verschiedene Wege sollten wir sagen, ob unsere Erwartungen erfüllt worden sind, ob wir uns voll eingebracht haben, was besser gemacht werden könnte, was uns am besten gefallen hat und so weiter...

An diesem Tag war lila Tag. Jeder Tag hatte eine Farbe, die die Leute tragen mussten, wenn sie was Tolles gewinnen wollten. Da ich trotz aller Anstrengungen immer noch nicht gewonnen hatte und erst recht keine lila Klamotten besaß, blies ich mir einen Badeanzug aus lila Luftballons auf und sprang damit in den Swimming-Pool. Na wenn ich da nichts gewinne!

Wir wollten uns jetzt am Nachmittag auf unseren Songcontest vorbereiten und sangen "Mein kleiner grüner Kaktus" am Pier. Ich bastelte sogar einen aus Luftballons. Trotz Theater spielen, verstand das Publikum leider unseren ach so lustigen Text nicht. Schade. Wir haben leider nicht gewonnen.

Wir wollten den letzten Tag noch in vollen Zügen zusammen genießen und weigerten uns ins Bett zu gehen. Der Portier stellte sogar den Fahrstuhl ab. Gegen vier trugen wir die eingeschlafenen Mädels ins Bett und gingen noch Döner mampfen. Die Sonne des letzten Tages brachte uns ins Bett und das ewige Rauschen des Meeres schaukelte uns in den Schlaf.

 

Tag 8:

Huch es ist schon um 12.00. Wir hätten schon längst aus dem Zimmer sein müssen. Schnell stopften wir beide unsere Klamotten in die Koffer. In der Lobby hatten sich auch schon die anderen versammelt, um auf wiedersehen zu sagen. Adressen austauschen. Liebevoll umarmten sich alle. Für uns waren es unvergessliche Tage, die nach mehr verlangen. Auf ein Wiedersehen mit alten und neuen Freunden.

 

Alles im allem: "It was worth standing up early!" Oder: "YEU ist, wenn man trotzdem aufsteht"

 

Wenn dir dieser kleine Ausflug in die Welt von YEU gefallen hat. Dann melde dich doch auf unserer Homepage an und komme zu den Ausflügen und Treffen, um uns YEU Deutschland und ganz Europa kennen zu lernen.

 

Roland


© 2008 Youth for Exchange and Unity