deutsch  english   

Suche






YEU Deutschland

 Startseite
 Über YEU
 Kontakt
 Vorstand
 Impressum


YEU International

 Member Organisations
 Contact


Events

 Übersicht
 Aktuelle Angebote
 Berichte

2011-05 Fränkische Schweiz

2011-02 Serbien

2010-09 Griechenland

2010-08 IYC in der Ukraine

2010-07 Kanutrip (Tauber)

2010-06 Rezekne, Lettland

2010-05 Bari, Italien

2009-08 Rumänien

2009-08 TC Niederlande

2009-02 Schneewoende

2008-08 Deutschland

2007-08 Aserbaidschan

2006-06 Deutschland

2005-12 Zypern

2005-10 Griechenland

2005-08 Rumänien

2004-07 Litauen
 IYC in Deutschland


Media

 Bilder
 Links

Kanutrip auf der Tauber

Die Kanufahrt mit den Leuten hat riesigen Spaß gemacht. Wir hatten Glück, dass es vorab nach einer wochenlangen Hitzeperiode geregnet hatte und somit die Tauber gut gefüllt war und es dann - wenn auch etwas frisch und das Wasser recht kalt - ein schöner Tag wurde.

Ich als Organisator las um 6:30 mein Handy, da kam doch noch die verspätete Beschwerde, dass doch 7:45 am Sonntag morgen viel zu früh sei, um Kanu zu fahren. Was machen? Immerhin hatten Lisa und ich ein Frühstück organisiert. Frischer Kaffee und Tee, Brötchen vom Bäcker um die Damen und Herren zu beschwichtigen. Und Mist die Aufstriche hatte ich in aller Eile und Verschlafenheit doch im Kühlschrank vergessen. Die konnte Stefan zum Glück noch bei bringen. Und wir hatten ein ausgiebiges Frühstück im Sonnenschein, um uns für den Tag zu rüsten.

Kurz vor 10 tanzte dann auch der Kanuverleiher an, und bemerkte, dass wir doch wohl nicht die so geübten Kanufahrer seien und erklärte uns in Johannes Manier (lehrerhaft ;-) wie man denn mit so einem Ding umzugehen habe. So setzten wir nach einigen Hin- und Her, wer jetzt wo wie mitfahren darf, die Kanus bei Tauberbischofsheim in die – ratet mal – Tauber.

Nach den ersten 10m wartete schon die erste Herausforderung, die es zu bestehen galt. Zwei kleine Staustufen brachten die frischgetauften Paddler das erste Mal ins Hudeln. Bald kam auch das erste Wehr, wo sich die Bootlesfahrer nicht so ganz einig werden wollten, wo man denn das Boot am besten umzusetzen habe. Einige hatten dann ihr erstes Bier in der Hand und andere testeten mal aus, wie so das Wasser im Wasserfall ist, nicht ohne Wasserfolgen. Bis endlich, ja bis ganz endlich die anderen einen Weg über das Wehr gefunden hatten.

Was treibt man so im Kanu, wenn man nicht gerade tief hängenden Ästen versucht auszuweichen, Mirabellen von den Bäumen moppst oder einfach die Natur und die Blicke auf Wälder, Felder und Burgen schweifen lässt. Ja die Paddelbootdratschereien haben so ihren ganz eigenen Charakter, manch einer vergisst dabei das Paddeln und wenn man nicht zufällig der erste Mann im Boote ist, kann der zweite und der dritte sich gechillt zurück lehnen. Was womöglich nach kurzer Zeit zu lautstarken Protesten überschlagen kann.

Zwischendurch gab es dann doch ein paar Stellen, an denen Schnellen den Paddler herausforderten und beinahe wären wir gekentert, aber nur beinahe. Ein bisschen Wasser hatte unser Kanu dann doch schon geschluckt. Leider, waren diese Schnellen viel zu rar und durch die vielen Wehre, um die man das Kanu auch noch tragen musste, ein zu ruhiges Gewässer. Es gab einem jedoch die Möglichkeit Natur und Umgebung in sich aufzusaugen und hin und wieder mal ein Müsliriegel zwischen die Kiefer zu schieben. Aufregend anders als der breite Main ist die Tauber allemal, die sich zum Main hin durch Wald und Flur schlängelt.

Allmählich wurden Stimmen laut, die ein Mittagessen einforderten. Ganz in der Ferne konnte man ein Dorffest vernehmen, dass sich mit besonders aufregender Blasmusik ankündigte. Zum Glück entschied sich die Mehrheit für ein Vesper auf der Wiese, und Frisbeescheiben und Holzklötze vom Schwedisch-Schach flogen durch die Luft. Und fast wäre ein Boot abhanden gekommen, wenn nicht Kevin und Roland sich ein Herz gefasst und es vor den Fluten gerettet hätten. Na, ganz so pathetisch will ich nicht werden, doch das sehr kühle Nass erforderte einigen Mut, der erst hernach kam, als man im Wasser war, um das verselbständigte Boot wieder einzufangen.

Es war schon zwei Uhr und die andere Hälfte der Strecke lag noch vor uns. Also mussten wir uns anschaffen, doch ein paar Kilometer zu reisen. Mal wurden die Kanus zu einem Katamaran zusammengeschnürt oder Kanus heischten einander, um nicht gegen die Böschung zu fahren, wenn man wie beim Autoscooter von einem anderen Kanu – na Rammen will ich es nicht nennen – aber gehörig gestreift wurde. Das Umsetzen an den Wehren entpuppte sich doch gelegentlich als ein Abenteuer, mal verschwanden ein Teil der Gruppe in anderen Flussarmen, mal war es völlig unklar wo denn jetzt umgesetzt werden sollte. So ging es durch Gestrüpp, Hängen hinab, oder über zugewachsene Wehre und das halbe Dorf schaute zu, dass anscheinend nichts anderes zu tun hatte als die Fremdlinge zu beäugen, wie sie sich anstellten. Zu guter letzt, als wir endlich in Bronnbach angelangt waren, fanden wir keine Ausstiegsstelle - nur steile Hänge mit Brennnesseln. So dass wir fast verzweifelt den Verleiher mit Anrufen terrorisierten. Wir mussten zurückpaddeln, und die Kanus über das Wehr hieven, was wir erst mit Müh und Not hinter uns gelassen hatten. Da wurden einige ziemlich nass. Aber das Moos wieder an den Füßen zu spüren war eine echte Genugtuung. Endlich geschafft nur noch den Elektro-Kuh-Zaun überwinden und hoffen, dass das Interesse der Dickhäuter an uns nicht allzu groß ist. Umso größer war dann das Interesse an den zurückgelegten Kanus, die noch von den Kühen gesäubert wurden.

Irgendwie ist uns erst den Abend vorher, als wir den Wecker stellen wollten aufgefallen, dass wir ja verdammt früh aufstehen mussten um noch rechtzeitig am Bahnhof um 7:45 zu erscheinen. Obwohl es etwas zu früh schien, war es schlussendlich doch die richtige Zeit um – gmuatlich (wie Georg sagen würde) – am Kloster anzukommen, auch wenn wir den letzten Zug auf meiner Liste verpasst hatten, fuhr kurz vor 21:00 noch ein letzter, so dass wir kurz vor elf in Würzburg ankamen. So manche waren nach den schönen "Strapazen" des Tages und dem Schlafdefizit doch recht geschlaucht, dass so mancher im Biergarten mit glasigen Augen sein Gegenüber fixierte und die Augen schmal wurden.

Beim Tippen fällt mir noch ein, wenn ich mich mal räuspere, der Muskelkater ordentlich zu spüren ist. Und wenn ich an meine allgegenwärtige Müdigkeit von heute denke, das hat ganz schön reingehaun. Gelohnt hat es sich aber.


© 2008 Youth for Exchange and Unity